GM-Hütte, Stahlwerk und Stadt

 

die Düte, die Stadt im Grünen und die Schmelzöfen            

Bis 1837 regierte der englische König Georg V. mit seiner Frau Marie-Sophie in Personalunion die Königreiche von Großbritannien und Hannover. Das fruchtbare Land im Königreich Hannover wurde als agrarisches Hinterland für das in der industriellen Entwicklung bereits weit fortgeschrittene Großbritannien genutzt. Um eine weitere Verarmung im Königreich Hannover und die Auswanderung nach Amerika zu stoppen, war Georg V. von Beginn seiner Regierungszeit an bemüht, die "vaterländische Industrie zu heben". Ohne König Georgs Eintreten für die Schwerindustrie wäre die "Hütte", die 1856 auf dem ehemaligen Gelände des Schultenhofes auf Malberger Gemeindegrund gebaut wurde, nicht entstanden.

In der Anfangsphase herrschte im Georgs-Marien-Hütten- und Bergwerksverein akuter Mangel an geeigneten Arbeitskräften. Deshalb warb das Werk gezielt Arbeiter mit Industrie-Erfahrung aus dem Harz an. Die angeworbenen Arbeiter waren überwiegend evangelische Konfessionsangehörige.

Insgesamt blieben nach Abschluß der Bauarbeiten über 1000 Arbeiter in der Umgebung des neuen Hüttenwerkes. Allerdings waren die katholischen Einwohner von Malbergen nur gegen Zahlung deutlich überhöhter Preise bereit, den Neuankömmlingen Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. Das Werk war somit auch aufgrund der fehlenden Infrastruktur gezwungen, in unmittelbarer Werksnähe für Wohnraum und Möglichkeiten zur Zerstreuung zu sorgen. 

1923 übernahm der Klöcknerkonzern den Georgs-Marien-Hütten- und Bergwerksverein.

Von Bombardierungen weitgehend verschont, es gab eine hohe Anzahl englischer Aktionäre, konnte das Stahlwerk bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg seine Arbeit wieder aufnehmen. 
Ende der 1960er Jahre wurden mehr als 7000 Arbeitnehmer beschäftigt.

Um die Probleme bei der Verteilung der Gewerbesteuer vom Stahlwerk an die einzelnen Gemeinden zu lösen, schlossen sich im Jahre 1970 sechs der bis dahin selbstständigen Gemeinden zur Stadt Georgsmarienhütte zusammen.

Zur Erzielung weiterer dringend benötigter Einnahmen trennte sich das Stahlwerk in den 1970er und 1980er Jahren von dem Grundbesitz, der für die Aufrechterhaltung der Produktion nicht zwingend erforderlich war. So konnte die Stadt Georgsmarienhütte unter anderem das heutige Gelände des Tennisvereins käuflich erwerben und im Nachgang an den TC Georgsmarienhütte verpachten.

Auf der Höhe der Stahlkrise im Jahre 1984 konnte die Insolvenz des Stahlwerks nur unter grossen Anstrengungen von Bevölkerung und Politik noch einmal abgewendet werden.

Fast zehn Jahre später übernahm Dr. Jürgen Großmann das marode Werk. Die Siemens-Martinöfen zur Verhüttung von Eisenerz wurden abgebrochen und durch einen der modernsten und grössten Elektro-Öfen in Europa ersetzt. Der Einsatz dieser technisch hocheffizienten Anlage ging, wichtig für die Region, einher mit einer deutlichen Reduzierung der Emission von  Geruch, Staub und sonstigen Schadstoffen. Heute zählt die Georgsmarienhütte GmbH zu den führenden Anbietern von Edelstahl in Europa.

(Quelle: Stadt Georgsmarienhütte)


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